Dienstag, 17. Februar 2015

Tausche Spitzenkleid gegen Bikini oder wie fühlt sich Glück eigentlich an?



Zum Bloggen hatte ich in den letzten Wochen keine Zeit: Hochzeitsvorbereitung lautet mein persönliches Unwort des Jahres.
Nach einem wunderschönen Hochzeitstag und einem rauschenden Fest habe ich am 2. Februar gekonnt mein Spitzenkleid gegen den Bikini eingetauscht. Und ich muss sagen, das fühlte sich richtig gut an. Wir flitterten in einem familienfreundlichen Club auf den Kanaren - das liefert Stoff für ein ganzes Buch, liebe Leute!


Erstes Highlight: Mittagessen. Die Hochstuhl-Ralley beginnt. Im Speisesaal herrscht Ausnahmezustand, das Buffet wird zum Kriegsgebiet. Es gibt wohl kaum Schlimmeres als eine Horde hungriger Urlauber: Da fliegen Pommes, Teller und Kinderschuhe durch die Luft (und ehrlich, es sind nicht nur die Kinder, die hier mehr als verplant durch die Gegend laufen).

Beim Abendessen folgt der zweite Streich. Da steht Lasse in gekonnter "Bockposition" und rührt sich keinen Zentimeter weil er nicht den Sitzplatz aussuchen durfte. Da manövriert eine Mutter geistesgegenwärtig die kleine Luise zum Waschbecken, damit diese sich das ganze Essen noch einmal durch den Kopf gehen bzw. schwallartig aus dem Mund laufen lässt. Gar nicht mal so lecker, für uns allerdings nichts Dramatisches. Wir sind ja einiges gewöhnt.Von der soßenverschmierten Lieblingsbluse über Trinkflaschen-Weitwurf haben wir schon einige babykulinarische Highlights mitgemacht und die Zeiten, in denen wir gemütlich bei einem Glas Wein unser Abendessen genießen konnten, sind vorerst passé.  Da stört es uns auch nicht, dass unsere neuen Tischnachbarn sich wundern, wie wir denn mit Kleinkind überhaupt Urlaub machen können, das sei doch gar keine Erholung. Hm, da frage ich mich, ob es denn erholsam ist, mit einem Stock im Allerwertesten Urlaub zu machen. Sorry, aber spätestens nach der Ermahnung unserer Tischnachbarin und "Vorzeigemutter": Annikajaninaschatz, das heißt nicht "Ich will", das heißt "ich möchte bitte"!!!, werfen mein Mann und ich uns nur einen kurzen Blick zu, und sind uns später einig: entweder wird der Annikajaninaschatz später mal eine richtige Spießerin, oder sie rebelliert. Auch der Kommentar eines Gastes beim kurzen Abstecher an die Bar (mit Kinderwagen versteht sich): "Oh je, da kommt sie wieder, die Kinderwagenmafia mit ihren Ferraris", lässt uns kalt. 

Wir hatten wirklich einen wunderschönen, erholsamen Tag zu dritt: der erste Spielspaß im Sand, das erste Mal am Strand spazieren, große Theo-Augen beim ersten Tapser ins Meer. Unbezahlbar. Und zugleich die einfachste Antwort auf die Frage, wie sich Glück denn eigentlich anfühlt. 




Der Glücksforscher Christopher Peterson bringt es mit drei Worten ganz einfach auf den Punkt: Andere Menschen zählen (siehe hierzu: The World Book of Happiness, S. 16ff.).
Liebevolle Beziehungen machen uns glücklich, ja sogar gesünder. Und sind wir nicht alle für irgendjemanden der oder die "andere"?

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